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„Karl Flügel hat Spuren hinterlassen“
03.09.2010
„Karl Flügel hat Spuren hinterlassen"
Zahlreiche Gäste trauerten bei der Gedenkfeier um Kamp-Lintforts Ehrenbürgermeister, Bürgermeister Dr. Landscheidt würdigte das Lebenswerk des Verstorbenen
Am 15. August verstarb Karl Flügel, Ehrenbürgermeister der Stadt Kamp-Lintfort, im Alter von 86 Jahren. Auf Wunsch seiner Familie fand die Beisetzung in der vergangenen Woche im kleinen Kreis auf dem Waldfriedhof Dachsberg statt.
In einer öffentlichen Gedenkfeier nahmen am Freitag zahlreiche Amts-, Mandats- und Würdenträger aber auch viele Privatpersonen Abschied von Karl Flügel. Stellvertretend für die Bürgerinnen und Bürger von Kamp-Lintfort kondolierten die Vereinsvertreter mit Rosen. In seiner Trauerrede würdigte Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt das Lebenswerk des Verstorbenen, den nahezu jeder in Kamp-Lintfort kannte und der auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt war. „Karl Flügel war ein Bürgermeister zum Anfassen.", so Landscheidt.
Karl Flügel wurde am Neujahrstag des Jahres 1924 in Essen geboren. Seit 1956 war er Bürger der Stadt Kamp-Lintfort. Bereits kurz nach Beginn seiner Tätigkeit als Bergmann auf der Zeche Rossenray wurde der gelernte Maschinenschlosser Mitglied im Betriebsrat des Bergwerks, in der Gewerkschaft IGBCE, in der SPD, in der AWO und in einigen anderen Vereinen seiner neuen Heimatstadt.
Das politische Leben von Karl Flügel begann am 24.11.1969 mit der Wahl in den Rat der Stadt Kamp-Lintfort, dem er fortan drei Jahrzehnte lang ununterbrochen angehörte. 1975 wurde er zudem zum stellvertretenden Bürgermeister der Bergbaustadt gewählt. Von 1978 bis 1999 war Karl Flügel Bürgermeister der Stadt Kamp-Lintfort - und gehörte mit 21 Dienstjahren zu den dienstältesten Bürgermeistern des Landes. Karl Flügel vertrat außerdem die Stadt Kamp-Lintfort in der Mitgliederversammlung des Städte- und Gemeindebundes des Landes NRW und im Kreistag des Kreises Wesel. Des Weiteren war er lange Zeit Mitglied im Verwaltungsrat der ehemaligen Stadtsparkasse Kamp-Lintfort und in der Verbandsversammlung des damaligen Kommunalverbandes Ruhrgebiet.
„Über Jahrzehnte hinweg hat Karl Flügel wie kein anderer das Leben in unserer Stadt und deren Entwicklung geprägt.", würdigte Landscheidt das Lebenswerk seines politischen Vorgängers. Zu den herausragenden Ereignissen, an denen Karl Flügel maßgeblich beteiligt war, gehören u.a. die 1979 beschlossene Sanierung der Altsiedlung und die 1986 begonnenen Arbeiten zur Wiedererrichtung des Terrassengartens am Kloster Kamp.
Zu seinem politischen Leitbild hatte Karl Flügel das Thema „Strukturwandel" erklärt. Er setzte sich für einen möglichst langen Erhalt des Steinkohlebergbaus bei gleichzeitiger Schaffung alternativer, mittelständischer Strukturen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze ein. Auch die Zusammenarbeit mit den Nachbarstädten Moers, Rheinberg und Neukirchen-Vluyn auf dem Gebiet der Wirtschaftsförderung, aus dessen Bestreben schließlich die interkommunale Wirtschaftsförderung Wir4 hervorging, ist zu einem großen Teil dem Engagement des Ehrenbürgermeisters zu verdanken.
Für seinen Einsatz und sein Engagement wurde Karl Flügel 1995 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Auch die Christian-Eberle-Medaille, die höchste Auszeichnung der Sparkassenorganisation, wurde ihm verliehen.
Mit den Schlussworten „Karl Flügel hat Spuren hinterlassen - in unserer Stadt, in unserer Erinnerung und in unseren Herzen" dankte Bürgermeister Dr. Landscheidt dem Verstorbenen für den gemeinsam gegangenen Weg.
(Presseinformation der Stadt Kamp-Lintfort vom 03.09.2010, www.kamp-lintfort.de)